Home Danke Gedanken wertvoll
Gedenkplatz sinn-los Erinnerungen

Gedanken

ein anruf

…der helfen sollte…

…ein anruf, der oft verzweiflung in sich hatte…

…ein anruf, der manchmal hoffnung aufkommen lies…

… ein anruf, der unnötige quälerei mit sich brachte…

…ein anruf, der schmerzen auslöste…

… ein anruf, der schlimme bilder in die erinnerung eingebrannt hat…

…ein anruf, der zwei leben vernichtete…

… ein anruf, der den *** brachte…

…den ***, den ich mit dem anruf zu verantworten habe…


Ich habe innerlich ein Gefühl der Starre.

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, seit diesem August.
Eine seltsame Nacht.

Wie vielen verzweifelten Seelen es da draußen wohl jetzt geht wie mir?

Sicher wird es den einen oder anderen geben.

Die Mehrheit aber wird wohl schlafen,

um morgen wieder dem Wahnsinn des Lebens nachzugehen,

ohne auch nur einen Gedanken an das warum

oder wieso zu verschwenden.

Ich würde so gerne nach Hause kommen.

Endlich ein Ziel finden.

Und damit meine ich wirklich ein Ziel, nichts halbes.

Kein Glück, das keines ist. Sich als Trugschluss herausstellt.

Ich erwarte doch nicht viel vom Leben.

Nur nach Hause kommen, das wäre schön.

20.03.2011, Anmerkung „ein anruf“:

Diese Zeilen beschreiben DEN Anruf den ich getätigt habe, um meiner Mutter eigentlich Hilfe zukommen zu lassen.

Es war der 19.05.2009 als sie heftige Schmerzen im Bauch bekam und ich dann den Notarzt rief. Ich wollte ihr damit helfen, damit es ihr besser geht. Stattdessen habe ich mit diesem Anruf unermessliches Leid ausgelöst.

Einige haben mir immer wieder gesagt (und sagen es heute noch), dass ich die einzig richtige Entscheidung getroffen habe. Das ich alles Menschen mögliche getan habe. Das niemand hätte mehr tun können.

Und dennoch kann ich das nicht glauben und gebe mir die Schuld für alles, was dann folgte. Ihre Schmerzen, ihre Verzweiflung, ihre Angst, ihren angeblichen ***, den ich eben zu verantworten habe.

Ich glaube kein körperlicher Schmerz kann größer sein, als dieser gefühlsmäßige, der einen oft zu erdrücken scheint. Der ständig vorhanden ist und einem sehr viel Lebenskraft raubt. Aber das ist eben der Preis dafür den man zahlen muss, wenn man so etwas getan hat.

Ich weiß nicht, wie ich hätte anders (besser) reagieren sollen. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt eine andere Möglichkeit gehabt hätte.

Ich weiß aber, dass es so falsch war, absolut falsch.
Nach oben